Ev. Singekreis Wahlscheid : Bartholomäusbote 3/2009 - Mit Musik Menschen glücklich machen
Sonntag, 05. Februar 2012

Singekreis Wahlscheid

Home Presse Bartholomäusbote 3/2009 - Mit Musik Menschen glücklich machen
Bartholomäusbote 3/2009 - Mit Musik Menschen glücklich machen PDF Drucken E-Mail

Mit Musik Menschen glücklich machen

Heidrun Kraus leitet seit 10 Jahren den evangelischen Singekreis Wahlscheid

 

Heidrun Kraus bei einer ChorprobeBei der Gestaltung der Gottesdienste im „bunten" Kirchenjahr ist der evangelische Singekreis Wahlscheid nicht wegzudenken. Erst jüngst hat die Chorgemeinschaft im Ostergottesdienst, aber auch bei der Konfirmation mit interessant ausgewählten Stücken die Kirchengbesucher erfreut. Chorleiterin ist Heidrun Kraus, die seit nunmehr 10 Jahren den mittlerweile aus Frauen- und Männerstimmen gemischten Chor leitet. Ein besonderer Höhepunkt war zweifellos die Aufführung des „Gloria in D" von Antonio Vivaldi anlässlich der Festwoche zum 450 Jahr-Jubiläum der ev. Kirchengemeinde im Jahr 2008.

 

Seit 1986 ist Heidrun Kraus Mitglied im Chor, zunächst als Sängerin. „Dabei habe ich oft den Chor am Klavier oder der Orgel begleitet", erzählt sie. Als dann der Organist der evangelischen Bartholomäus-Gemeinde wegging, bot ihr Pfarrer Bartha an, doch das Orgelspiel zu übernehmen. Nach einiger Überlegung nahm sie das Angebot an. „Aber ich war nicht ganz zufrieden, mit dem, was ich machte" sagt sie rückschauend. Damals schon Mutter von fünf Kindern nahm sie deshalb in Köln das Studium für Kirchenmusik auf. Allerdings nicht nur für das Orgelspiel, sondern auch zur Chorleitung. So war es eigentlich nur eine zwangsläufige Folge, dass sie nach erfolgreicher Prüfung auch den Singekreis übernahm.

Für die zukünftige Arbeit mit dem Singekreis wünscht sie sich, dass der Chor sich weiter auf dem begonnenen Weg bewegt, offen zu sein für diverse Stilrichtungen. Durch intensives miteinander Proben werde jede einzelne Sängerin und jeder Sänger sicherer, so dass der Chor sich auch mehr und mehr an noch anspruchsvollere Literatur heranwagen könne. Nicht zuletzt wachse der Chor durch solche Arbeit auch zusammen, ist ihre Perspektive.

Einen Wunsch, den sie hofft doch noch einmal mit ihrem Chor umsetzen zu können, ist, mit „kleinen Ensembles unterschiedliche musikalische Formen auszuprobieren". Denn das Potential der Chormitglieder ist noch lange nicht ausgeschöpft". Und dabei habe sie die Möglichkeit, auf die unterschiedlichen Interessen einzugehen und andererseits die Fähigkeiten der Sängerinnen und Sänger stärker zu fördern.

 

Natürlich sei ein Kirchenchor nicht mit den rein weltlichen Chören zu vergleichen, gibt die Chorleiterin zu bedenken. Immer stehe ein Gottesdienst an, der gestaltet werden soll. Dies lasse oft ein „letztes Ausfeilen" des Gesangs nicht zu. Andererseits sei das Spezifische des Kirchenchors, dass er eine Einladung an alle diejenigen sei, die Spaß am Singen hätten, mitzumachen. „Bei uns gibt es keine Selektierung" sagt Heidrun Kraus.


Schließlich gebe es über das Singen hinaus noch eine Besonderheit. Die meisten der Chormitglieder brächten sich in vielfältiger Weise in die Gemeindearbeit der evangelischen Kirchengemeinde ein. „Die Chormitglieder sind immer zur Stelle, wenn was gefordert wird" resümiert sie. Dabei spiele es keine Rolle, ob das Chormitglied evangelischer oder katholischer Christ sei, unterstreicht sie auch die ökumenische Seite dieses Chores.


Heidrun Kraus an der OrgelWie vielseitig Heidrun Kraus als Musikerin ist, zeigt sie mit dem Kammermusikkreis. Seit 1991 besteht das Ensemble in wechselnder Besetzung. Inzwischen habe diese Gruppe, bestehend aus Streichern und Holzbläsern,12 Mitglieder. „Meist Menschen, die einige Jahre das Instrument beiseite gelegt hatten. Später wieder angefangen haben und sich nun freuen, gemeinsam zu musizieren" verrät sie.


Fragt man Heidrun Kraus, was ihre Liebe zur Musik geweckt habe, lautet ihre Antwort: „Ich bin mit Musik aufgewachsen". Sie habe den üblichen Weg genommen, Blockflöte, Klavier und später Geige. „Als Jugendliche gab es keinen Tag, wo ich nicht musiziert hätte" blickt sie zurück. Dennoch habe sie nach dem Abitur erst einmal Mathematik und Sport auf Lehramt studiert. „Dann kamen die Kinder, da blieb erstmal keine Zeit". Die Ausbildung zur Kirchenmusikerin habe sie auch unter dem Gesichtspunkt gemacht, weil sie hier „ihr eigener Herr sein" konnte. Damit will sie sagen, dass sie weitgehend die Literatur aussuchen kann, die sie mit dem Chor und den anderen Ensembles einstudiert.


Ganz gleich, ob als Chorleiterin oder Musiklehrerin hat Heidrun Kraus einen Grundsatz: Mit anderen Menschen musizieren, ihnen die Empfindungen und Leidenschaft zur Musik weitergeben. Viele Menschen, die Freude an der Musik haben, wieder anzufangen, selbst zu musizieren. „Ich will spüren, dass jemand gerne Musik macht" ist ihr Credo.

Alwin G. Maibach