Sonntag, 05. Februar 2012

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Chorausflug nach Siegburg - Bartholomäusbote 3/2009 |
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Wer eine Stadt kennen lernen möchte, erkundet sie am besten zu Fuß. Getreu diesem Motto organisierten F. Mertens und B. Eisert unseren diesjährigen Chorausflug nach Siegburg. Trotz schlechten Wetters fuhren am Morgen des 11. Juni (Fronleichnam) ca. 30 Sängerinnen und Sänger (einige Unentwegte sogar mit dem Fahrrad) in die Kreisstadt. Dort angekommen bildete eine Stadtführung den Auftakt zu unserem Ausflugstag. Die Führung begann am Stadtmuseum, dem Geburtshaus von Siegburgs berühmtestem Sohn: Engelbert Humperdinck. Es wurde im 19. Jahrhundert auf den Resten des mittelalterlichen Rathauses erbaut. Nebenan befand sich fast 50 Jahre lang die Thurn- und Taxissche Poststation, deren geschnitzte Haustür besondere Beachtung fand. Vorbei an der "Schutzmantelmadonna", einer Bronzeskulptur des Bildhauers Kurt Zimmermann, ging es zum ältesten Steinbau des Rhein-Sieg-Kreises, dem Anfang des 13. Jahrhunderts als Pfarrhaus erbauten "Haus zum Winter". Weitere uns vorgestellte Sehenswürdigkeiten waren dann die St. Servatiuskirche (eine dreischiffige Emporenbasilika), der mittelalterliche Schandpfahl, das Kriegerdenkmal und der Platz, an dem früher die Synagoge stand. Dort befindet sich heute ein Brunnen, der mit einer Inschrift an die im Dritten Reich verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürger erinnert. Den Abschluss der Stadtführung bildeten das Fachwerkhaus "Zum Tannenbaum" (Beispiel eines Bürgerhauses um 1660), der Hexenturm (erhielt seinen Namen durch eine düstere Erzählung über die Hexenverfolgung im 19. Jahrhundert, die jedoch jeder historischen Wahrheit entbehrt), das ehemalige königlich-preußische Zeughaus, die evangelische Auferstehungskirche und ein fünfstöckiger Industriebau, welcher mit seinem Mühlrad das letzte Zeugnis alter Mühlentechnik im ehemaligen Siegburger Mühlenviertel ist.
Nach dem Mittagessen galt es, das soeben erworbene Wissen in Form einer Stadtrallye unter Beweis zu stellen, was allen Beteiligten viel Spaß bereitet hat. Damit die Kultur auch am Nachmittag nicht zu kurz kam, stand um 15.00 Uhr noch eine Führung durch die Abtei an. Der kurzweilige Vortrag zur Geschichte der Abtei von Frater Linus (unterbrochen durch zwei musikalische Beiträge unsererseits) und die Besichtigung des Annoschreins, ließen die Zeit schnell verfliegen. Das anschließende Kaffeetrinken in den "Abteistuben", verbunden mit der Siegerehrung der Erstplazierten bei der Stadtrallye und einer Probe des von den Mönchen nach einem Geheimrezept produzierten Abteilikörs, beendete einen rundum gelungenen Ausflug. Selbst der teilweise heftige Regen konnte diesen Gesamteindruck nicht "verwässern".
Rudolf Pinger
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